{"id":15674,"date":"2021-05-13T15:34:31","date_gmt":"2021-05-13T14:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.skolo.org\/?p=15674"},"modified":"2021-05-13T15:35:19","modified_gmt":"2021-05-13T14:35:19","slug":"flexible-arbeiterinnen-produzieren-oder-kritische-buergerinnen-ausbilden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/2021\/05\/13\/flexible-arbeiterinnen-produzieren-oder-kritische-buergerinnen-ausbilden\/","title":{"rendered":"Flexible ArbeiterInnen produzieren oder kritische B\u00fcrgerInnen ausbilden?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn man sich die Entwicklung der Bildungssysteme in Europa und allen so genannten &#8220;fortschrittlichen&#8221; kapitalistischen L\u00e4ndern in den letzten Jahrzehnten ansieht, ist eines der ersten Dinge, die auffallen, die Allgegenwart neuer, m\u00e4chtiger und internationaler AkteurInnen, die glauben, dass sie die &#8220;Erneuerung&#8221; der Schule leiten m\u00fcssen. Hier finden sich Unternehmerlobbies, wie der m\u00e4chtige European Round Table of Industrialists (ERT), der bereits Ende der 80er Jahre f\u00fcr eine umfassende Neugestaltung des Bildungswesens in Europa pl\u00e4dierte. Es gibt offizielle Stellen wie die Europ\u00e4ische Kommission, die zwar eine politische Legitimit\u00e4t besitzt, deren dirigistisches Handeln im Bildungsbereich jedoch weit \u00fcber die Befugnisse hinausgeht, die ihr durch den Vertrag von Maastricht \u00fcbertragen werden. Auf internationaler Ebene sind die Weltbank und der IWF vor allem bestrebt, die Bildungspolitik der armen L\u00e4nder auf die Privatisierung und die K\u00fcrzung der \u00f6ffentlichen Ausgaben auszurichten, damit sie&#8230; weiterhin ihre Schulden begleichen. Bescheidener, aber allgegenw\u00e4rtig sind die zahlreichen Untersuchungsb\u00fcros wie die McKinsey-Gruppe, die vorgibt, die Regierenden in ihrer Bildungspolitik zu beraten (wie sie Banken und Minister bei der finanziellen Liberalisierung, die dann zum Crash von 2008 f\u00fchrte, so gut berieten). <em>Last but not least <\/em>gibt es die sehr m\u00e4chtige OECD, die die &#8216;Wahrheit&#8217; durch ihre PISA-Umfragen und das &#8216;Gesetz&#8217;, durch ihre unz\u00e4hligen Berichte und Empfehlungen ausspricht, deren Kritik nun einem Sakrileg oder sogar einer Leugnung gleichkommt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Von Nico Hirtt, Aufruf f\u00fcr eine demokratische Schule, Belgien<br \/>\n\u00dcbersetzung: Salom\u00e9 Voirol, KJ Schweiz<\/em><\/p>\n<p><em>Beitrag zum Kolloquium der Partei der Europ\u00e4ischen Linken: &#8220;Die demokratische Schule, die beim Denken hilft. Eine andere Einsch\u00e4tzung ist m\u00f6glich.&#8221; Rom, Universit\u00e4t La Sapienza, 20. Oktober 2018<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Objektive Ursachen einer globalisierten Bildungspolitik<\/h3>\n<p>Die Grundz\u00fcge der politischen Massnahmen, die in den letzten zwanzig bis dreissig Jahren umgesetzt wurden, lassen sich in wenigen Schl\u00fcsselw\u00f6rtern zusammenfassen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Privatisierung:<\/strong> Alle potenziell profitablen Bildungs- und Para-Bildungsaktivit\u00e4ten werden zunehmend von der Privatwirtschaft erobert. Dies reicht von unterrichtsunterst\u00fctzenden Unternehmen f\u00fcr Sch\u00fcler in Schwierigkeiten \u00fcber die kostenpflichtigen Schulungen von Unternehmen wie Microsoft, Apple, Ryanair usw. bis hin zu Privatuniversit\u00e4ten, die ihre Kurse und Diplome online verkaufen.<\/li>\n<li><strong>Kompetenzen:<\/strong> Die Lehrpl\u00e4ne von der Primar- bis zur Terti\u00e4rstufe werden immer weniger in Bezug auf integriertem Wissen und zunehmend in Bezug auf &#8220;Kompetenzen&#8221; formuliert. Der Schwerpunkt liegt mehr darauf, was der Sch\u00fcler kann, und nicht darauf, was er weiss oder versteht.<\/li>\n<li><strong>Ungleichheit:<\/strong> Die Tr\u00e4ume von der Demokratisierung der Bildung, die in den 60er und 70er Jahren bl\u00fchten, sind praktisch begraben. W\u00e4hrend man f\u00fcr die Dauer der Grundausbildung noch eine gewisse &#8220;Schulische Gerechtigkeit&#8221; anstrebt, wird aber jede Form des &#8220;Egalitarismus&#8221; stigmatisiert.<\/li>\n<li><strong>Deregulierung:<\/strong> die zentral vom Staat verwalteten Bildungssysteme mit ihren Armeen von LehrerInnen und BeamtInnen, ihren Regeln f\u00fcr die \u00d6ffnung und Schliessung von Klassen, ihren Regeln f\u00fcr die Einstellung von LehrerInnen&#8230; diese Systeme werden durch lokale Netzwerke autonomer Einrichtungen ersetzt, in denen sich SchulleiterInnen in ManagerInnen verwandeln, die \u00fcber eine grosse Entscheidungsbefugnis verf\u00fcgen.<\/li>\n<li><strong>Wettbewerb<\/strong> auf allen Ebenen: zwischen Schulen und Eltern, auf einem zunehmend polarisierenden Schulmarkt; zwischen den Sch\u00fclerInnen in einem Selektions- und Relegationssystem; zwischen den L\u00e4ndern und Bildungssystemen, um zu bestimmen, welches die richtigen Ziele zu den geringsten Kosten erreicht.<\/li>\n<li><strong>Bewertung:<\/strong> Die Sch\u00fclerInnen werden unz\u00e4hligen &#8220;wissenschaftlichen&#8221; Testreihen unterzogen. Um ihre &#8220;F\u00e4higkeiten&#8221; zu bewerten, aber auch die Unterrichtenden, die einzelnen Schulen und sogar das Bildungssystem als Ganzes zu bewerten (wie in den PISA-, TIMMS- oder PIRLS-Studien).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Trends sind in allen Industriel\u00e4ndern zu finden, und sei es auch in Formen, die manchmal von historischen Besonderheiten gepr\u00e4gt sind. Sie sind also eindeutig nicht das Ergebnis des Willens der einen oder anderen politischen Mehrheit: Parteien der Rechten, der Mitte oder der sozialdemokratischen &#8220;Linken&#8221; haben alle zum Aufbau dieser neuen Schule beigetragen. Nat\u00fcrlich kann man darin die Hand der Lobbyisten und der Institutionen des globalen Kapitalismus sehen, die zu Beginn meiner Rede erw\u00e4hnt wurden. Zweifellos war ihr Handeln wichtig, ja sogar entscheidend. Aber das ist nicht das Wesentliche. Was ich zeigen m\u00f6chte, ist, dass hinter dieser Neuausrichtung der Bildungspolitik zun\u00e4chst objektive Bedingungen stehen, die von den Entwicklungen in vier grossen Bereichen diktiert werden, die den Unterricht umgeben (ich zitiere sie in der logischen Reihenfolge, in der sie angesprochen werden):<\/p>\n<ul>\n<li>Das Kapital und seine internationale Krise<\/li>\n<li>Technologien und ihre rasante Entwicklung in bestimmten Bereichen<\/li>\n<li>der Staat und seine Haushaltskrise<\/li>\n<li>Arbeit und seine manchmal \u00fcberraschenden Mutationen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Krise, Technologie und Sparsamkeit<\/h3>\n<p>Fangen wir mit dem Kapital an. Unsere Zeit ist von einem enormen \u00dcberschuss an Produktionskapazit\u00e4ten gepr\u00e4gt. Die KapitalistInnen, voller Besitzt\u00fcmer und gierig, sie wachsen zu sehen, haben so sehr in alle Bereiche der Produktion investiert &#8211; materiell oder immateriell &#8211; dass sie nicht mehr in der Lage sind, alles zu verkaufen, was ihre Maschinen, Werkzeuge, Fabriken, theoretisch produzieren k\u00f6nnten. In den USA lag die Auslastung der Produktionskapazit\u00e4ten Anfang der 60er Jahre bei 90%. Seitdem hat sie viele Ersch\u00fctterungen erlebt und erfuhr einen stetigen Abw\u00e4rtstrend, um heute um die 75% zu schwanken.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung hat zwei unmittelbare Auswirkungen auf die kapitalistische Wirtschaft.<\/p>\n<p>Erstens f\u00fchrt der \u00dcberschuss an Produktionskapazit\u00e4ten wiederum zu einem Kapital\u00fcberschuss auf den Finanzm\u00e4rkten. Es wird in der Tat immer schwieriger, dauerhaft rentable Anlagen zu finden. Die KapitalistInnen wenden sich also neuen Sektoren zu, oder solchen, die bis dahin \u00f6ffentliche Investitionen betrafen.<\/p>\n<p>Zweitens, wenn die Produktionskapazit\u00e4ten nicht ausgelastet sind, f\u00fchrt dies zu einer Versch\u00e4rfung des Wettbewerbs. Dem Dorfb\u00e4cker ist es egal, falls er m\u00fchelos seine gesamte Produktion verkauft, ob ein Kollege und Freund ein paar Strassen weiter dasselbe tut. Aber wenn beide unvorsichtig sind und in einen neuen, gr\u00f6sseren Ofen investieren und es ihnen dann nicht gelingt, ihn aufgrund mangelnder Nachfrage rentabel zu machen, dann werden sie zu erbitterten Konkurrenten. Das ist die heutige Situation im globalen Dorf des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Einer der \u00fcblichen M\u00f6glichkeiten, um sein \u00fcbersch\u00fcssiges Kapital zu investieren oder seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu verbessern, ist der Einsatz technologischer Innovationen, indem man die enormen Fortschritte der Quantenmechanik oder der Genetik mobilisiert. Die neuen Produkte verdr\u00e4ngen jedoch die alten auf den M\u00e4rkten, wodurch fr\u00fchere Infrastrukturen \u00fcberfl\u00fcssig werden. Und die Gewinne des Produktivit\u00e4tszuwachses erh\u00f6hen die Produktionskapazit\u00e4ten auf makro\u00f6konomischer Ebene. Es ist ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Die Bosse setzen auch den Staat &#8211; lokal, regional, national, europ\u00e4isch &#8211; unter Druck, sie zu unterst\u00fctzen, indem sie alle Steuerlasten abbauen, welche den Investoren missfallen oder deren Gewinnmargen verringern k\u00f6nnten: Steuern auf hohe Einkommen, auf Gewinne, aufs Kapital, auf Kapitalertr\u00e4ge u.s.w. Das Umfeld der Wirtschaftskrise belastet jedoch bereits die \u00f6ffentlichen Haushalte durch einen Abw\u00e4rtstrend bei den Personen- und Mehrwertsteuereinnahmen. Sie werden durch h\u00f6here Mehrwertsteuers\u00e4tze, Ausgabenk\u00fcrzungen f\u00fcr \u00f6ffentliche Dienstleistungen und K\u00fcrzungen der Sozialleistungen ausgeglichen. All dies verringert letztlich die Konsumkapazit\u00e4t und diese wiederum verst\u00e4rkt den Produktions\u00fcberschuss. Das ist ein zweiter Teufelskreis.<\/p>\n<p>Lasst uns nun die direkten Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Bildungspolitik betrachten.<\/p>\n<p>Erstens weckt der Bildungssektor mit j\u00e4hrlichen Ausgaben in der H\u00f6he von 4\u00a0Billionen Dollar nat\u00fcrlich das Interesse privater Investoren. Die bereits erw\u00e4hnte Tendenz zur Privatisierung von Bildungsaktivit\u00e4ten ist zum grossen Teil auf den Kapital\u00fcberschuss zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zweitens f\u00fchrt die Versch\u00e4rfung des wirtschaftlichen Wettbewerbs dazu, dass die UnternehmerInnen von der Bildungspolitik fordern, sich auf ein Hauptziel zu konzentrieren: Humankapital bereitstellen, das auf die Bed\u00fcrfnisse dieses wirtschaftlichen Wettbewerbs zugeschnitten ist.<\/p>\n<p>Drittens: Die Sparpolitik des Staates verschont auch die Bildung nicht. Seit Anfang der 80er Jahre sind die \u00f6ffentlichen Bildungsausgaben der OECD-Mitgliedstaaten in Prozenten des BIP stabil geblieben. Gleichzeitig hat die Zahl der Studierenden, vor allem im Hochschulbereich, stark zugenommen. Wir erleben also seit Jahrzehnten eine relative Definanzierung. Diese wiederum verst\u00e4rkt die beiden vorangegangenen Trends. Der Qualit\u00e4tsverlust eines mittellosen \u00f6ffentlichen Bildungswesens ruft private Anbieter kostenpflichtiger Bildungsangebote auf den Plan. Und die Verringerung der Mittel unterst\u00fctzt die Tendenz, die Bildung wieder auf ihre Hauptaufgabe zu konzentrieren, welche ist: Arbeitskr\u00e4fte (und VerbraucherInnen) zu produzieren, die f\u00fcr den wirtschaftlichen Wettbewerb notwendig sind. Wie der Europ\u00e4ische Rat feststellt:<\/p>\n<p><em>&#8220;Um auf dem Weltmarkt wettbewerbsf\u00e4hig zu sein, muss Europa (&#8230;) \u00fcber Unterrichts- und Bildungssysteme verf\u00fcgen, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes und der Lernenden entsprechen. Eine wirksame und angemessene Ausbildung bietet den ArbeitgeberInnen die besten Chancen, qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren, die den Erfolg ihres Unternehmens gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-2\" href=\"#post-15674-footnote-2\">[1]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Jetzt geht es darum zu verstehen, was diese &#8220;Arbeitsmarkt-Anforderungen&#8221; sind und von welcher Art von &#8220;qualifizierten Menschen&#8221; der &#8220;Erfolg der Unternehmen&#8221; abh\u00e4ngt.<\/p>\n<h3>Prekarit\u00e4t und Polarisierung der Qualifikationen<\/h3>\n<p>Die Entwicklung des Konzepts der &#8220;Wissensgesellschaft&#8221; seit Mitte der 90er Jahre k\u00f6nnte darauf hindeuten, dass der Arbeitsmarkt durch eine allgemeine Anhebung des dort geforderten Bildungsniveaus gekennzeichnet sein k\u00f6nnte. Morgen, so wird uns h\u00e4ufig gesagt, wird es keinen Platz mehr f\u00fcr wenig oder nicht qualifizierte ArbeiterInnen geben.<\/p>\n<p>Eine genaue Analyse der statistischen Daten zur Besch\u00e4ftigung zeigt jedoch, dass diese Sicht v\u00f6llig falsch ist. In Wirklichkeit ist der Arbeitsmarkt eher polarisiert. Zwar ist die Nachfrage nach hochqualifizierten Berufen von IngenieurInnen, ForscherInnen, \u00c4rztInnen und spezialisierten TechnikerInnen sehr hoch. Im Gegensatz dazu brechen die qualifizierten Arbeitspl\u00e4tze (insbesondere die von FacharbeiterInnen) ein, w\u00e4hrend die wenig oder gar nicht qualifizierten Arbeitspl\u00e4tze im Dienstleistungssektor und anderen &#8220;Elementaraufgaben&#8221; rasch zunehmen. Nach Angaben des Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr die F\u00f6rderung der Berufsbildung (CEDEFOP) sind heute bereits 10% dieser Grundarbeitspl\u00e4tze von hochqualifizierten und mehr als 45% von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften besetzt. Das bedeutet, dass es bereits eine \u00dcberqualifizierungsquote von \u00fcber 55% bei diesen Aufgaben gibt, die von vornherein von jedermann besetzt werden k\u00f6nnten. Nach Sch\u00e4tzungen des CEDEFOP wird sich diese Quote bis 2020 auf 70% erh\u00f6hen. <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-3\" href=\"#post-15674-footnote-3\">[2]<\/a><\/sup><\/sup><\/p>\n<p>Diese Polarisierung der Qualifikationen ergibt sich aus dem Zusammentreffen zweier Faktoren. Auf der einen Seite treibt die soziale Unsicherheit die ArbeiterInnen, auch qualifizierte, dazu, unterbezahlte Jobs anzunehmen, diese sogenannten &#8220;Hamburger Jobs&#8221;. Andererseits f\u00fchrt die technologische Entwicklung zwar zu einer starken Nachfrage nach ExpertInnen, IngenieurInnen und TechnikerInnen auf hohem Niveau, aber sie neigt auch dazu, durchschnittlich qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze zu zerst\u00f6ren: diejenigen, deren Beherrschung heute relativ leicht in formale Algorithmen \u00fcbersetzt werden kann und die durch Maschinen ausf\u00fchrbar sind. Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr gering oder unqualifiziertes Personal, vor allem im Dienstleistungssektor, erfordern jedoch h\u00e4ufig immer noch den Einsatz eines Menschen und seines &#8220;gesunden Menschenverstandes&#8221;, weil zum Beispiel die Vielfalt der Situationen, denen man begegnen kann, zu schwierig (und zu teuer) ist, um sie in einem Computercode vorwegzunehmen.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, ist es nat\u00fcrlich wirtschaftlich nicht rentabel, eine &#8220;Demokratisierung des Bildungswesens&#8221; voranzutreiben, in dem Sinne, wie es die progressiven P\u00e4dagogen in den 60er oder 70er Jahren verstanden: dass jeder das Maximum seiner F\u00e4higkeiten, unabh\u00e4ngig von seiner sozialen Herkunft, erreichen sollte. Denn wenn man davon ausginge, dass die wohlhabenderen Schichten nicht &#8220;selbstverst\u00e4ndlich&#8221; \u00fcber h\u00f6here intellektuelle F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen als andere, w\u00fcrde das bedeuten, dass 80% der Bev\u00f6lkerung AkademikerInnen sind. Dies veranlasst den franz\u00f6sischen Bildungsminister Blanquer, den &#8220;destruktiven egalitaristischen Diskurs&#8221; abzulehnen. Und die OECD daran zu erinnern, dass\u2026<\/p>\n<p><em>&#8220;Nicht alle werden eine Karriere im dynamischen Sektor der &#8220;neuen Wirtschaft&#8221; antreten. In der Tat werden es die meisten nicht tun, sodass die Lehrpl\u00e4ne nicht so gestaltet werden k\u00f6nnen, als m\u00fcssten alle weit gehen.\u201c <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-4\" href=\"#post-15674-footnote-4\">[3]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Aber wie sollen diese Lehrpl\u00e4ne aussehen? Was m\u00fcssen wir Kindern beibringen, die bis zum Alter von 13, 14 oder sogar 16 Jahren zusammen zur Schule gehen, aber von denen einige an der Entwicklung von Systemen der k\u00fcnstlichen Intelligenz arbeiten werden, w\u00e4hrend die anderen Automaten mit Coca-Cola-Dosen f\u00fcllen werden?<\/p>\n<h3>Unvorhersehbarkeit, Flexibilit\u00e4t, Kompetenzen<\/h3>\n<p>Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus der Ber\u00fccksichtigung eines anderen Aspekts der Entwicklung des Arbeitsmarktes: seine Unvorhersehbarkeit, die mit der Unsicherheit der Arbeitspl\u00e4tze und (beide sind verbunden) mit dem Tempo der Marktinnovation und der technischen Produktionsverh\u00e4ltnisse verbunden sind.<\/p>\n<p><em>&#8220;Junge Menschen, die heute in den Arbeitsmarkt einsteigen, werden im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn mehrmals den Arbeitgeber oder sogar ihren Beruf wechseln m\u00fcssen. Um auf den heutigen Arbeitsmarkt vorbereitet zu sein, muss man unter diesen Umst\u00e4nden, in der Lage sein, Unsicherheit und Ver\u00e4nderung auszuhalten.\u201c <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-5\" href=\"#post-15674-footnote-5\">[4]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Die Sekundarschule und &#8211; in geringerem Masse &#8211; die Hochschulbildung sind zu einem Massenunterricht geworden. Es war eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Aber dieser Unterricht muss sich jetzt \u00e4ndern: Er muss die Inhalte, die er den Eliten vorbehielt, aufgeben und sich auf das konzentrieren, was die Arbeitsm\u00e4rkte jetzt fordern: Anpassungsf\u00e4higkeit, Flexibilit\u00e4t, kurz: Kompetenzen. Andreas Schleicher, der Chef der PISA-Umfragen in der OECD, meint:<\/p>\n<p><em>&#8220;Die Schulsysteme sind nach wie vor das Produkt der industriellen \u00c4ra, ausgerichtet auf Standardisierung und Konformit\u00e4t. Das Tempo des Wandels in der modernen Gesellschaft verlangt (\u2026) weniger Fakten und mehr Kompetenzen, um Kenntnisse in ganz neuen Situationen anwenden zu k\u00f6nnen: man wechselt vom Auswendiglernen zum Erarbeiten.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-6\" href=\"#post-15674-footnote-6\">[5]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Lassen Sie uns die neue Bedeutung des Wortes &#8220;Kompetenz&#8221; beachten. Es handelt sich nicht mehr um eine Reihe von Wissen, Know-how, Eignungen, &#8230; welche die F\u00e4higkeit gew\u00e4hrleisten, bestimmte Aufgaben in einem gegebenen beruflichen Umfeld zu erf\u00fcllen. Es geht jetzt um die F\u00e4higkeit, in einer noch nie dagewesenen Situation m\u00f6glicherweise v\u00f6llig neues Wissen zu mobilisieren. Im \u00dcbrigen wird Wissen zu vulg\u00e4ren &#8220;Fakten&#8221; degradiert, die ihre Komplexit\u00e4t und ihre notwendige Konzeptualisierung leugnen. Aber wer braucht schon Komplexit\u00e4t und Abstraktion, wenn es nur darum geht, wirksam zu sein? Es geht nicht darum, zu verstehen, was elektrische Spannung ist, sondern ein Voltmeter richtig zu benutzen. Genau dieser wirtschaftlichen Nachfrage entspricht die Pseudop\u00e4dagogik mit ihrem &#8220;Kompetenzansatz&#8221;. Laut seinen Verteidigern,<\/p>\n<p><em>&#8220;Die Stoff-Inhalte werden nicht mehr als Selbstzweck betrachtet, sondern als Ressource (&#8230;) um F\u00e4higkeiten zu entwickeln. Die Aufgabe des Lehrers besteht nicht mehr darin, Fachwissen zu vermitteln, sondern Lernsequenzen zu entwerfen und zu verwalten, in denen die Lernenden mit neuen Situationen konfrontiert sind, die sie dazu bringen, die notwendigen Informationen zu suchen und zu verarbeiten, um diese Situationen angemessen zu bew\u00e4ltigen.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-7\" href=\"#post-15674-footnote-7\">[6]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in einigen L\u00e4ndern die Kompetenzorientierung als &#8220;p\u00e4dagogische Innovation&#8221; und manchmal sogar als Erbe der konstruktivistischen P\u00e4dagogik (Freinet, Decroly, &#8230;) dargestellt wurde, stellt die OECD die Dinge wieder ins Lot:<\/p>\n<p><em>&#8220;Aus welchen Gr\u00fcnden stehen diese F\u00e4higkeiten jetzt im Vordergrund? Dies liegt daran, dass die ArbeitgeberInnen darin wichtige Faktoren f\u00fcr Dynamik und Flexibilit\u00e4t erkannt haben. Eine mit diesen F\u00e4higkeiten ausgestattete Arbeitskraft ist in der Lage, sich st\u00e4ndig an die Nachfrage und an die sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Produktionsmittel anzupassen.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-8\" href=\"#post-15674-footnote-8\">[7]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Was die vorrangigen Bereiche betrifft, in denen diese Kompetenzen entwickelt werden m\u00fcssen und die damit verbundenen wenigen Kenntnisse, werden durch den besonderen Charakter der neuen Arbeitspl\u00e4tze bestimmt, die sich jetzt entwickeln. Die ungelernten ArbeiterInnen des 21. Jahrhunderts hat nichts mehr gemeinsam mit den HilfsarbeiterInnen, den BauarbeiterInnen oder den LandarbeiterInnen vor einigen Jahrzehnten. Sie sind jetzt Verk\u00e4uferInnen, KassiererInnen, B\u00fcroangestellte, Sicherheitsbeamte, KellnerInnen oder RezeptionistInnen. Man erwartet von ihnen, dass sie lesen, schreiben, z\u00e4hlen, aber auch Daten kodieren und \u00fcber das Internet kommunizieren k\u00f6nnen, sich mit einigen Vorstellungen von Wissenschaft und Technik zurechtfinden k\u00f6nnen, Initiative und Unternehmergeist zeigen, \u00fcber beziehungs- und interkulturelle F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen usw. Das sind die so genannten &#8220;Kernkompetenzen&#8221;, die von der OECD und der Europ\u00e4ischen Kommission festgelegt wurden. Sie m\u00fcssen &#8220;zum Kern dessen werden, womit Schulen und Lehrer sich zu besch\u00e4ftigen haben,&#8221; sagt die OECD. <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-9\" href=\"#post-15674-footnote-9\">[8]<\/a><\/sup><\/sup><\/p>\n<p><em>&#8220;Die Schulen m\u00fcssen sich darauf beschr\u00e4nken, den Sch\u00fclerInnen die Grundlagen zu vermitteln, die es ihnen erm\u00f6glichen, ihr Wissen in den Bereichen, die sie interessieren, selbst zu entwickeln<\/em>. &#8211; <em>Es ist in der Tat unm\u00f6glich, ihnen \u201ealles\u201c in einer Welt zu unterrichten, in der die Summe der Kenntnisse und der Informationen exponentiell zunimmt.\u201c <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-10\" href=\"#post-15674-footnote-10\">[9]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Alles andere ist \u00fcberfl\u00fcssig. Es wird im h\u00f6heren Sekundarschulbereich oder an der Universit\u00e4t f\u00fcr diejenigen reserviert sein, deren Beruf es verlangt. Was die Allgemeinbildung betrifft, werden sich die sozialen Eliten diese in ihrem famili\u00e4ren Umfeld selbst aneignen.<\/p>\n<h3>Deregulierung, Wettbewerb, Bewertung<\/h3>\n<p>Es gibt noch eine letzte Frage, die uns schliesslich zum Gegenstand dieses Kolloquiums f\u00fchren wird: die Bewertung. Denn wie werden wir das alles realisieren? Wie kann man dieses &#8220;alte&#8221; Schulsystem, &#8220;Produkt des industriellen Zeitalters&#8221;, in diese moderne Maschine verwandeln, die flexible Arbeiter und Konsumenten hervorbringt? Die Antwort kommt einmal mehr von den beauftragten \u00d6konomen der OECD:<\/p>\n<p><em>&#8220;Politische Massnahmen, die den Wettbewerb, die freie Wahl und die Marktkr\u00e4fte in das Schulsystem einf\u00fchren, haben gezeigt, dass sie ein grosses Potenzial haben, die Schulsysteme zu einem h\u00f6heren Leistungsniveau zu entwickeln.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-11\" href=\"#post-15674-footnote-11\">[10]<\/a><\/sup><\/sup><\/em><\/p>\n<p>Das System muss also dereguliert werden, es muss f\u00fcr den Wettbewerb ge\u00f6ffnet werden, wobei man sich sagen muss, dass der Druck der Eltern zwangsl\u00e4ufig in die Richtung einer wirtschaftlichen Instrumentalisierung der Schule gehen wird, da sie hoffen, dass diese die Chancen ihrer Kinder auf dem Arbeitsmarkt maximiert. Dass eine solche Liberalisierung des Schulmarktes notwendigerweise mit einer Zunahme der Segregation und damit der sozialen Ungleichheit in der Schule einhergeht &#8211; wie es Schweden und Finnland derzeit erleben &#8211; scheint f\u00fcr die f\u00fchrenden Politiker der Weltwirtschaft nicht wirklich ein Problem zu sein.<\/p>\n<p>Und schliesslich, wo die regulierende Rolle des Staates verschwindet oder geschw\u00e4cht wird, muss diese &#8220;dirigistische&#8221; Lenkung durch eine &#8220;Ergebnissteuerung&#8221; ersetzt werden, wodurch das System einer st\u00e4ndigen Bewertung und einem Wettbewerb unterworfen werden muss. Man muss die Sch\u00fclerInnen bewerten, die LehrerInnen bewerten, die Schulen bewerten, die Bildungssysteme bewerten&#8230; Und das muss man nach den Kriterien des Dogmas der Kompetenzen tun. Das trifft sich sehr gut, denn gerade die Kompetenzen eignen sich viel besser f\u00fcr eine standardisierte Bewertung als beispielsweise das Verst\u00e4ndnis komplexer Begriffe, die Formalisierung, die Konzeptualisierung, das Schreiben von Texten, das k\u00fcnstlerische Schaffen, das wissenschaftliche Denken usw.<\/p>\n<p>Diese Schule unterrichtet die B\u00fcrger nicht mehr, sie lehrt nicht, die Welt zu verstehen, sondern sich anzupassen, ohne zu widerstehen. Sie bereitet auch auf einen Arbeitsmarkt vor, auf dem der Einzelne allein ist. Allein angesichts seiner Ausbildungsentscheidungen, allein auf der Suche nach einem Einkommen, allein in dem ungleichen Dialog, der ihn mit einem Arbeitgeber verbinden wird. Der Europ\u00e4ische Rat sagt: &#8220;Wir m\u00fcssen die europ\u00e4ischen B\u00fcrger darauf vorbereiten, motivierte und autonome Lernende zu sein (\u2026) die in der Lage sind, die Erfordernisse eines prek\u00e4ren Arbeitsmarkts zu interpretieren, auf dem die Besch\u00e4ftigung nicht mehr ein ganzes Leben lang andauert.&#8221; Sie m\u00fcssen &#8220;ihre Ausbildung in die Hand nehmen, um ihre F\u00e4higkeiten auf dem neuesten Stand zu halten und ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten.&#8221; <sup><sup><a id=\"post-15674-footnote-ref-12\" href=\"#post-15674-footnote-12\">[11]<\/a><\/sup><\/sup><\/p>\n<h3>Epilog<\/h3>\n<p>Die Frage, inwieweit all diese Entwicklungen w\u00fcnschenswert oder kritikw\u00fcrdig sind, ist nicht p\u00e4dagogischer oder psychologischer Natur. Es ist nicht einmal eine Frage der \u00d6konomie oder der Soziologie. Es ist ganz einfach eine Frage der politischen Entscheidung: sich mit dem Kapitalismus abzufinden oder ihn zu bek\u00e4mpfen. Im ersten Fall ist die derzeitige Entwicklung des Unterrichtswesens vollkommen legitim. Sie bringt B\u00fcrgerInnen, KonsumentInnen und ArbeiterInnen hervor, die so gut wie m\u00f6glich an die Entwicklungen angepasst sind, die der vorherrschende Einsatz der neuen Technologien heute erfordert. Wenn man jedoch glaubt, dass diese Welt bek\u00e4mpft werden muss, wenn man glaubt, dass die gewaltigen Fortschritte der Informations-, Kommunikations-, k\u00fcnstlichen Intelligenz- oder BiotechnikerInnen genutzt werden k\u00f6nnen und m\u00fcssen, um eine begr\u00fcndete, kontrollierte Wirtschaft zu entwickeln, die auf die Grundbed\u00fcrfnisse der Menschheit und den Schutz ihres Planeten ausgerichtet ist, dann brauchen wir eine andere Schule. Eine Schule, die allen, vor allem den Ausgegrenzten, den Ausgebeuteten, den Unterdr\u00fcckten, den Arbeitslosen, den Obdachlosen, den Heimatlosen&#8230; das Wissen und die F\u00e4higkeiten vermittelt, die sie als Waffen f\u00fcr die Eroberung einer anderen Welt verwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"wp-image-15676\" src=\"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated.png\" alt=\"Diagram Description automatically generated\" srcset=\"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated.png 1024w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-300x225.png 300w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-768x576.png 768w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-80x60.png 80w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-265x198.png 265w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-696x522.png 696w, https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/diagram-description-automatically-generated-560x420.png 560w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<ol>\n<li id=\"post-15674-footnote-2\">Europ\u00e4ischer Rat (2010). <em>Mitteilung von Br\u00fcgge \u00fcber die verst\u00e4rkte europ\u00e4ische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Schulwesens und der beruflichen Ausbildung.<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-2\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-3\">CEDEFOP (2016). <em>Zuk\u00fcnftiger Qualifikationsbedarf in Europa: kritische Arbeitskraft Trends<\/em>. <a href=\"#post-15674-footnote-ref-3\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-4\">OECD (2001), <em>Welche Zukunft f\u00fcr unsere Schulen ?<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-4\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-5\">OECD (2011). <em>Strategie zugunsten der Kompetenzen.<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-5\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-6\">Schleicher, A. (2018). <em>Weltklasse. Wie errichtet man ein Schulsystem des 21. Jahrhunderts.<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-6\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-7\">Parmentier, P., und Paquay, L. (2002). <em>Inwiefern f\u00f6rdern Situationen des Unterrichts und der Berufsbildung den Aufbau von Kompetenzen?<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-7\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-8\">Pont, B. &amp; Werquin, P. (2001). <em>Neue Kompetenzen: Wirklich?<\/em> Der Beobachter der OECD. <a href=\"#post-15674-footnote-ref-8\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-9\">Ananiadou, K., und Claro, M. (2009). <em>F\u00e4higkeiten und Kompetenzen des 21. Jahrhunderts f\u00fcr Lernende im neuen Jahrtausend in OECD-L\u00e4ndern<\/em>. Die OECD-Arbeitspapiere f\u00fcr das Bildungswesen. <a href=\"#post-15674-footnote-ref-9\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-10\">Eurydice (2010). <em>Neue Kompetenzen f\u00fcr neue Arbeitspl\u00e4tze. Politische Initiativen im Bildungswesen: Kurze \u00dcbersicht der aktuellen Situation in Europa.<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-10\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-11\">Woessmann L. und Schuetz G. (2006), <em>Wirksamkeit und Gerechtigkeit in europ\u00e4ischen Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-11\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-15674-footnote-12\">Europ\u00e4ischer Rat (2012). <em>F\u00f6rderung des Unterrichtswesens und der beruflichen Ausbildung in Europa: DMitteilung aus Br\u00fcgge.<\/em> <a href=\"#post-15674-footnote-ref-12\">\u2191<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich die Entwicklung der Bildungssysteme in Europa und allen so genannten &#8220;fortschrittlichen&#8221; kapitalistischen L\u00e4ndern in den letzten Jahrzehnten ansieht, ist eines der ersten Dinge, die auffallen, die Allgegenwart neuer, m\u00e4chtiger und internationaler AkteurInnen, die glauben, dass sie die &#8220;Erneuerung&#8221; der Schule leiten m\u00fcssen. 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