{"id":1106,"date":"2008-11-08T18:16:52","date_gmt":"2008-11-08T17:16:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.asblonweb.be\/APED\/CM\/?p=1106"},"modified":"2017-03-04T19:33:04","modified_gmt":"2017-03-04T18:33:04","slug":"die-vermarktung-von-bildung-in-der-globalisierten-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/2008\/11\/08\/die-vermarktung-von-bildung-in-der-globalisierten-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Die Vermarktung von Bildung in der globalisierten Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"post_excerpt\">Die beiden wichtigsten Ideen dieses Vortrags sind:<br \/>\nerstens, die materiellen und \u00f6konomischen Umst\u00e4nde treiben die Bildungssysteme in den fortgeschrittenen kapitalistischen L\u00e4ndern in Richtung Marktwirtschaft,<br \/>\nund zweitens, wir sollten diese Idee der Vermarktung in einem weiteren Sinn verstehen, dies bedeutet n\u00e4mlich nicht nur Privatisierung, Umformung von Bildung an die Regeln eines neuen Marktes, es bedeutet auch eine enge Anpassung von Bildung an die gegenw\u00e4rtigen, sehr speziellen Anspr\u00fcche des Arbeitsmarktes und es bedeutet ferner, dass Bildungssysteme dazu verwendet werden, um gewisse M\u00e4rkte zu stimulieren, insbesondere die ICT-M\u00e4rkte (Informations- und Kommunikations-Technologien).<br \/>\nDieser Vortrag basiert in erster Linie auf einem Studium der nationalen Reform-Programme in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, aber auch auf Berichten internationaler Organisationen wie OECD, Weltbank und Europ\u00e4ische Kommission.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung von Toni Hofer, (\u00d6LI), Oktober 2006<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h2>Wichtige Entwicklungen in den Bildungs-Systemen.<\/h2>\n<p>Wenn wir uns die Entwicklung des Pflichtschulwesens in den kapitalistischen Industriel\u00e4ndern, insbesondere in Europa, anschauen, dann k\u00f6nnen wir einige wichtige allgemeine Trends feststellen.<\/p>\n<p>Der erste und meiner Meinung nach auff\u00e4lligste dieser Trends ist die Dezentralisierung und Deregulierung, d. h. die Schulen bekommen mehr Autonomie. Die fr\u00fcher zentral vom Staat organisierten Schulsysteme werden umgewandelt in Netzwerke von flexiblen Schulen, die miteinander in Wettbewerb treten, oft organisiert von lokalen Beh\u00f6rden oder von regierungsunabh\u00e4ngigen Gruppen. Damit gibt es mehr Freiheit eigene Programme und eigene Unterrichtsmethoden zu entwickeln. In einem Bericht der vor acht Jahren vom europ\u00e4ischen Forschungsinstitut \u00fcber Bildung (Eurydice) ver\u00f6ffentlicht wurde, hei\u00dft es, dass &#8220;die Reformen in den europ\u00e4ischen Bildungssystemen zusammengefasst werden k\u00f6nnen als st\u00e4ndige Entwicklung in Richtung Dezentralisierung und Reduktion des zentralen Machteinflusses des Staates.&#8221; (Eurydice, 1997).<\/p>\n<p>Diese Entwicklung wird von den Industrielobbies sehr unterst\u00fctzt, wie z.B. vom European Round Table, einer der m\u00e4chtigsten Wirtschaftslobbies in Europa: &#8220;Wir m\u00fcssen jene Ausbildungswege unterst\u00fctzen, die weniger institutionalisiert und daher informeller sind (\u2026) Als Industrielle sind wir der Meinung, dass die Ausbildner bei der Suche nach effizienter Bildung alle Freiheit haben sollten, ohne Einmischung oder unangebrachtem Druck von au\u00dfen&#8221;. (ERT,1995) (&#8220;au\u00dfen&#8221; bezieht sich auf den Staat)<br \/>\nWie wir jedoch weiter unten feststellen werden geht diese Dezentralisierung und Deregulierung im Bereich des Schulmanagements oft mit einer st\u00e4rkeren zentralen staatlichen Kontrolle \u00fcber bestimmte spezielle Leistungen und \u00fcber die Definition der Bildungsziele (Fertigkeiten, praktische Ausbildung, Ma\u00dfnahmen des lebenslangen Lernens) einher.<\/p>\n<p>Der zweite Trend bezieht sich auf die Bildungsausgaben: diese sind in den 50er, 60er und 70er Jahren sehr schnell gewachsen, sind aber in den 80er und 90er Jahren dramatisch zur\u00fcckgegangen. In der Europ\u00e4ischen Union stagnieren die \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Bildung schon seit \u00fcber 10 Jahren bei ca. 5% des BNP (Bruttonationalprodukt) mit der bemerkenswerten Ausnahme der skandinavischen L\u00e4nder, deren Ausgaben auf einem hohen Niveau von ca. 7% des BNP verbleiben (Eurydice, 2005). In manchen L\u00e4ndern, wie z. B. in Belgien, sind die entsprechenden Ausgaben stark reduziert worden obwohl die Zahl der Studierenden weiterhin gestiegen ist.<\/p>\n<p>Drittens: wenn wir uns die Schulprogramme anschauen und auf die p\u00e4dagogischen Ziele der Bildung achten, dann sehen wir, dass der Schwerpunkt nicht mehr auf Wissensvermittlung oder auf Allgemeinbildung gelegt wird, sondern auf die Vermittlung von Kompetenzen, auf Fertigkeiten: berufsspezifische Fertigkeiten (Beherrschung einer Fremdsprache, oder ICT-Fertigkeiten), oder vage<br \/>\n\u00dcbertragunsfertigkeiten (vague transversal skills) (z.B. Probleml\u00f6sen) oder so genannte &#8220;soziale Fertigkeiten&#8221; (wie Anpassungsf\u00e4higkeit, Flexibilit\u00e4t). (OCDE, 1994; CEC, 1995; ERT, 1995; CEC, 1996; Reiffers, 1996; ERT, 1997; OECD, 2001)<\/p>\n<p>Wir beobachten auch das Entstehen einer weltweiten Diskussion \u00fcber lebenslanges Lernen: sowohl das Prim\u00e4r- als auch das Sekundarschulwesen m\u00fcssen sich dieser neuen Herausforderung stellen.<\/p>\n<p>Die rasche Einf\u00fchrung von ICT in den Schulen wird mit gro\u00dfem Nachdruck gefordert. Der Umgang mit Computer (&#8220;digital literacy&#8221;) wird heutzutage als fundamental wichtige Fertigkeit gesehen UND als M\u00f6glichkeit, das lebenslange Lernen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Ein weiterer allgemeiner Trend, den wir ungef\u00e4hr seit den letzten 15 Jahren beobachten ist die steigende soziale Ungleichheit (growing social inequality) in den Schulen. Sowohl nationale als auch internationale Studien &#8211; wie. z. B. PISA &#8211; zeigen, dass in vielen L\u00e4ndern der Bildungsunterschied zwischen den Kindern aus h\u00f6heren sozialen Schichten und denen aus niederen sozialen Schichten wieder gr\u00f6\u00dfer wird (Th\u00e9lot and Vallet, 2000; Albouy and Wanecq, 2003; GERESE, 2003; Nicaise et al., 2003). Der Prozess in Richtung allgemeiner Gesamtschule, der in den 60er und 70er Jahren vorherrschte, ist gestoppt worden. Wir beobachten eine R\u00fcckkehr zu einer st\u00e4rkeren und fr\u00fcheren Selektion und dies f\u00fchrt oft zu einer sozialen Selektion. Das Ziel, den Zugang zu h\u00f6herer Schulbildung f\u00fcr m\u00f6glichst breite Bev\u00f6lkerungsschichten zu erm\u00f6glichen ist oft aufgegeben worden und einer so genannten &#8220;zweiten Bildungschance&#8221; gewichen, die aber normalerweise eine berufsbegleitende Ausbildung ist (work- oriented vocational training).<\/p>\n<p>Und genau diese zunehmende berufsbegleitende Ausbildung (work-orientation of education) ist der n\u00e4chste Trend. Gr\u00f6\u00dferes Augenmerk wird auf Berufsausbildung gelegt, auf Bildungsinhalte, die unmittelbar am Arbeitsplatz anwendbar sind, auf die Entwicklung von Partnerschaften zwischen Schulen und privaten Firmen, sowie auf die F\u00f6rderung des Unternehmergeistes (spirit of &#8220;entrepreneurship&#8221;) in den Schulen. (CEC, 1995; CEC, 1997; CEC, 2000b; CEC, 2001b; OECD, 2001)<\/p>\n<p>Und nicht nur die Schulen gehen zu den Firmen, die Firmen kommen auch in die Schulen. Wir stellen einen gewaltigen Anstieg verschiedener Formen von kommerziellem Engagement (commercial presence) an den Schulen fest: kommerzielle Werbung an den Schulw\u00e4nden und auf Unterrichtsmaterial sowie Sponsoring von Schulaktivit\u00e4ten durch private Firmen (GMV-Conseil, 1998). Oder die Schule wird sogar dazu benutzt, den Markt der IC-Technologien kr\u00e4ftig zu unterst\u00fctzen, wie das die EU vor f\u00fcnf Jahren in Lissabon beschlossen hat. (CEC, 1996; CEC, 1997; CEC, 2000a; CEC, 2000b; CEC, 2000c; CEC, 2001a)<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kommen wir zum letzten allgemeinen Trend und sehen, dass die Bildung selbst ein neuer profitabler Markt geworden ist: Privatunterricht, Privatschulen, privates Management der Schulen, on-line Lernen, in einem Wort: Bildung als business. So sind z.B. in S\u00fcd Korea die privaten Bildungsausgaben bereits h\u00f6her als die des Staates. Die amerikanische Beratergruppe Edventures schreibt, dass &#8220;die 90er Jahre als jene Jahre in Erinnerung bleiben werden, in denen das gewinnbringende Unterrichtsgesch\u00e4ft salonf\u00e4hig wurde (for-profit education industry came of age). Die Voraussetzungen f\u00fcr eine pulsierende Bildungsindustrie f\u00fcr das 21. Jahrhundert &#8211; Unternehmertum, Technologieinnovationen und Marktchancen &#8211; begannen sich zu vereinigen und ein kritisches Ma\u00df an Schwungkraft zu gewinnen&#8221; (Newman, 2000). Nach Analysen von Merril Lynch ist &#8220;die Situation reif f\u00fcr eine umfassende gewinnorientierte Privatisierung der Bildung&#8221;. Obwohl diese Feststellung in Bezug auf die meisten europ\u00e4ischen L\u00e4nder, wo sich ja die extreme Form der Vermarktung zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt haupts\u00e4chlich auf die Bereiche h\u00f6here Bildung und lebenslanges Lernen bezieht, etwas \u00fcbertrieben zu sein scheint, m\u00fcssen wir doch feststellen, dass in anderen Teilen der Welt die Entwicklung in Richtung Privatisierung der Bildung viel rascher vor sich geht (Johnstone, 1998; IFC, 1999; Patrinos, 1999; World\u00a0Bank, 1999; Robertson et al., 2001). Das ist vor allem der Fall im Fernen Osten und S\u00fcd-Ost-Asien. In S\u00fcdkorea haben k\u00fcrzlich die privaten Ausgaben f\u00fcr Bildung die \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Bildung \u00fcberholt (Bray, 2004).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem haben wir In Europa einen Prozess der Harmonisierung der H\u00f6heren Bildung, den so genannten Bologna-Prozess. Wie wir sp\u00e4ter noch sehen werden ist dies &#8211; zumindest teilweise &#8211; eine Anpassung des globalen Vermarktungsprozesses an die besonderen Bedingungen an den Universit\u00e4ten und den H\u00f6heren Schulen.<\/p>\n<h2>\u00d6konomische Globalisierung<\/h2>\n<p>Die oben skizzierten Entwicklungsvorg\u00e4nge gehen Hand in Hand mit der \u00f6konomischen Globalisierung und dem Aufkommen der so genannten &#8220;Wissensgesellschaft&#8221;. So scheint es wahrscheinlich zu sein &#8211; und im Sinne eines marxistischen Analysemodells scheint das auch offensichtlich zu sein -, dass die Entwicklungen im Bereich der Bildung in Beziehung zu sehen sind mit der Entwicklung der \u00f6konomischen Bedingungen. Um diesen Punkt noch weiter zu entwickeln m\u00fcssen wir noch Aspekte und Widerspr\u00fcche der \u00f6konomischen Globalisierung analysieren. (F\u00fcr eine eingehendere Analyse siehe Hirt, 2004)<\/p>\n<p>Seit Mitte der 80er Jahre ergeben sich f\u00fcr die \u00d6konomie der fortgeschrittenen kapitalistischen L\u00e4nder zwei gro\u00dfe Herausforderungen:<\/p>\n<p>Erstens haben wir eine Versch\u00e4rfung des \u00f6konomischen Wettbewerbs und das ergab sich urspr\u00fcnglich aus der Wirtschaftskrise der sp\u00e4ten 70er Jahre. Daraus ergibt sich gro\u00dfe Instabilit\u00e4t, hohe Arbeitslosenraten, starker Druck auf den \u00f6ffentlichen Haushalt und st\u00e4ndiger Wettbewerbsdruck.<\/p>\n<p>Zweitens haben sowohl Industrie als auch Dienstleistungsbetriebe die \u00c4ra der neuen Technologien entdeckt, und da wieder vor allem die Informations- und Kommunikationstechnologien.<br \/>\nDiese Technologien f\u00fchren zu neuen Formen der Arbeits-Organisation, mit h\u00f6herer Flexibilit\u00e4t, zeitgerechten Produktion (just-in-time production) und einer raschen Internationalisierung der Produktion und des (Waren)Austausches. Aber dies bedeutet auch mehr Unsicherheit (Unvorhersagbarkeit), mehr Instabilit\u00e4t, mehr ungleiche Entwicklung, und dies wiederum f\u00fchrt zu einer Versch\u00e4rfung des \u00f6konomischen Wettbewerbs (CEC, 1997; Field, 1997). W\u00e4hrend also die technologische Entwicklung von Investoren, von Firmen und Regierungen als M\u00f6glichkeit das Problem der Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf lokaler und nationaler Ebene zu l\u00f6sen gef\u00f6rdert wird, tr\u00e4gt sie auf der anderen Seite ganz entscheidend dazu bei, dass sich der \u00f6konomische Wettbewerb auf internationaler Ebene versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Jetzt haben wir also eine globale Entwicklung der Bildungssysteme auf der einen Seite und die globale \u00d6konomie auf der anderen Seite. Wie f\u00fchrt nun das erste zum zweiten?<\/p>\n<h2>Die drei S\u00e4ulen der Bildungsvermarktung<\/h2>\n<p>Schauen wir uns nun an, was die direkten Konsequenzen des globalisierten Wettbewerbs sind, n\u00e4mlich die drei S\u00e4ulen der Schulvermarktung.<\/p>\n<p>Erstens, die versch\u00e4rfte \u00f6konomische Wettbewerbssituation f\u00fchrt dazu, dass die Investoren st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen profitablen M\u00e4rkten sind. Und jetzt, da die meisten \u00f6ffentlichen Dienste in den fortschrittlichen kapitalistischen Gesellschaften bereits privatisiert sind, wird der zwei tausend Milliarden US-Dollar schwere Bildungskuchen als neues Eldorado gesehen. (Patrinos and Ariasingam, 1997; Larsen and Vincent-Lancrin, 2003). Die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden als jene Jahre in Erinnerung bleiben, in denen der Bildungsmarkt so richtig gro\u00df geworden ist.<\/p>\n<p>Zweitens, der starke \u00f6konomische Wettbewerb f\u00fchrt auch dazu, dass sich die Regierungen immer mehr gezwungen sehen, die Bildungsinhalte und -strukturen so an die sich \u00e4ndernden Bedingungen anzupassen, dass sie dem ge\u00e4nderten Bedarf an ausgebildeten Fachkr\u00e4ften entsprechen. Das erkl\u00e4rt auch den Trend hin zu berufsorientierter Ausbildung. Ich werde sp\u00e4ter noch im Detail erkl\u00e4ren, was das tats\u00e4chlich bedeutet.<\/p>\n<p>Drittens, die versch\u00e4rften \u00f6konomischen Beziehungen f\u00fchren auch dazu, dass die Firmen versuchen, die riesigen kommerziellen M\u00f6glichkeiten, die sich aus der gewaltigen Zahl von hunderten von Millionen von Studenten und Sch\u00fclern ergeben, dazu auszunutzen, ihre kommerzielle Pr\u00e4senz an den Schulen zu verst\u00e4rken. Und wenn es um Wirtschaftsbereiche geht, die auch von den Regierungen als strategisch wichtig betrachtet werden, wie das beim ICT-Markt der Fall ist, dann sehen wir, dass sich sogar die Europ\u00e4ische Kommission selbst daf\u00fcr einsetzt, den Bildungsbereich dazu zu nutzen, den entsprechenden Markt zu f\u00f6rdern: &#8220;Es ist zu bezweifeln, ob unser Kontinent seinen Platz, den er sich in diesem Neuen Markt der Multimedien erworben hat, halten kann, wenn unsere Bildungs- und Ausbildungssysteme nicht schleunigst Schritt halten. Die weitere Entwicklung dieser Technologien, im Kontext einer starken internationalen Konkurrenz, verlangt das volle Aussch\u00f6pfen s\u00e4mtlicher M\u00f6glichkeiten. Wenn das im Bereich der Bildung nicht geschieht, dann wird der europ\u00e4ische Markt zu sp\u00e4t ein Massenmarkt werden. (CEC, 1996). Aus Sicht der Europ\u00e4ischen Kommission und anderer Politiker hat die Einf\u00fchrung von ICT an den Schulen nur wenige p\u00e4dagogische Gr\u00fcnde. Sie ist vielmehr und haupts\u00e4chlich darauf ausgerichtet, den ICT Markt zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Einige Monate sp\u00e4ter erkl\u00e4rte die EU-Bildungskommissarin, Edith Cresson, bei einem Treffen: &#8220;Der europ\u00e4ische (ICT) Markt ist noch immer zu eng, zu bruchst\u00fcckhaft; die zu geringen Zahlen von Ben\u00fctzern und Fachkr\u00e4ften strafen unsere Industrie (\u2026) Daher war es notwendig, eine Reihe von Initiativen zu ergreifen, um dem abzuhelfen. Das ist der Zweck des europ\u00e4ischen Aktionsplans Lernen in der Informationsgesellschaft&#8221;. Drei Jahre sp\u00e4ter, beim europ\u00e4ischen Gipfeltreffen in Lissabon, wurde die Sache noch klarer. Die zentrale Frage bei diesem Treffen war: &#8220;wie k\u00f6nnte Europa in diesem Wettlauf um die Kontrolle der ICT-Industrie und des elektronischen Marktes mit den USA und Japan aufholen?&#8221; Und die Antwort war: &#8220;e-learning&#8221;, die massive Einf\u00fchrung von Computern und Internet an den Schulen.<br \/>\nDie Entwicklung neuer Massenm\u00e4rkte im Bereich der neu sich entwickelnden Technologien ist nur m\u00f6glich, wenn die potentiellen Kunden die n\u00f6tigen Fertigkeiten haben, diese Produkte auch zu benutzen und wenn sie ihre diesbez\u00fcglichen \u00c4ngste \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Und das wiederum ist eine Aufgabe der Schulen.<\/p>\n<h2>Widerspruch<\/h2>\n<p>Bis hierher scheinen die Dinge ja ganz einfach zu sein, vielleicht sogar eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Allerdings sind in dieser Agenda auch einige gro\u00dfe Widerspr\u00fcche.<\/p>\n<p>Der versch\u00e4rfte \u00f6konomische Wettbewerb hat auch eine indirekte Auswirkung auf die Bildungssysteme. Um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der nationalen und lokalen Wirtschaft und Dienstleistungen zu verbessern werden die Regierungen angehalten, die finanziellen Belastungen zu senken. &#8220;Weniger Steuern&#8221; ist eine der Hauptforderungen der nationalen Konzerne. Und weniger Steuern bedeutet auch weniger Geld f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst, vor allem f\u00fcr einen der teuersten dieser Bereiche, n\u00e4mlich den Bildungsbereich. Dies ist nat\u00fcrlich die erste und wichtigste Erkl\u00e4rung f\u00fcr den relativen R\u00fcckgang an Bildungsausgaben wie wir vorher erw\u00e4hnt haben sowie f\u00fcr den R\u00fcckgang der materiellen Ausstattung der Bildungseinrichtungen.<br \/>\nIch nenne das deswegen &#8220;indirekt&#8221;, weil die meisten Wirtschafts- und Kapitalorganisationen nicht direkt und ausdr\u00fccklich eine Reduzierung der Bildungsausgaben verlangen. Der &#8220;European Round Table of Industrialists&#8221; hat sogar eine Erh\u00f6hung verlangt (ERT, 1989). Aber zur gleichen Zeit verlangen die einzelnen Mitglieder dieses Round Table von ihren jeweiligen Regierungen, die Steuern zu senken.<\/p>\n<p>Wir haben hier also offensichtlich einen Widerspruch zwischen den \u00f6konomischen Forderungen an den Bildungsbereich einerseits und den Budget-K\u00fcrzungen an den Bildungsausgaben andererseits. Wie sollen die Schulen es schaffen, Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die Wissensgesellschaft auszubilden, wenn ihnen weniger finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stehen und wenn die materiellen Arbeitsbedingungen an den Schulen immer schlechter werden? Es wird dann immer schwieriger werden, jedem Kind ein hohes Ma\u00df an Wissen und professionellen Fertigkeiten zu vermitteln und einer gro\u00dfen Menge zuk\u00fcnftiger Arbeitnehmer wird eine seri\u00f6se Qualifikation verwehrt bleiben. Es gibt allerdings auch einige Leute auf der linken Seite, die davon \u00fcberzeugt sind, dass der wachsende Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern ausreichen wird, die Regierungen dazu zu zwingen, mehr in die Bildung zu investieren und das Bildungssystem langfristig zum Abbau der sozialen Unterschiede einzusetzen.<\/p>\n<p>Ungl\u00fccklicherweise ist dies allerdings, wie wir gleich sehen werden, eine \u00e4u\u00dferst optimistische Annahme. Und die &#8220;L\u00f6sung&#8221; dieses Widerspruchs wird in der Tat desastr\u00f6s sein.<\/p>\n<h2>\u201cWissensgesellschaft&#8221;<\/h2>\n<p>Es ist eigentlich ein Missverst\u00e4ndnis wenn man unter dem Begriff &#8220;Wissensgesellschaft &#8221; meint, die Wirtschaft der Zukunft brauche ausschlie\u00dflich hoch-qualifizierte Arbeitnehmer. Das Gegenteil ist der Fall: in allen fortschrittlichen L\u00e4ndern, aus denen Statistiken vorhanden sind, stellen wir nicht eine qualitative Anhebung des Arbeitsmarktes fest sondern vielmehr eine Polarisierung des Arbeitsmarktes. In den USA z. B., wenn wir uns die 30 Berufe mit dem h\u00f6chsten Besch\u00e4ftigungsreservoir ansehen, sehen wir, dass zwar 22% dieser Jobs tats\u00e4chlich einen sehr hohen Ausbildungsgrad verlangen (Magisterium oder Doktorat), anderseits braucht es aber f\u00fcr die 70% anderer Jobs lediglich eine eher kurze Einschulung (48 Stunden) oder eine Einschulung vor Ort in einer Dauer von 3 Monaten: KassierIn, Reinigungs- und Servierpersonal, Lkw-Fahrer, Wachdienst, Heimhilfe, AssistenzlehrerInnen, etc. (Braddock, 1999).<br \/>\nDie gleiche Entwicklung kann man in Frankreich beobachten, wo die Anzahl der unqualifizierten Jobs in den letzten 10 Jahren von 4,3 Millionen auf 5 Millionen gestiegen ist, w\u00e4hrend sie in den Jahrzehnten davor immer geringer geworden ist (Chardon, 2001).<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt verlangt eine Polarisierung des Bildungsmarktes: das ist die Wahrheit hinter dem Mythos der Wissensgesellschaft in den Industrie-L\u00e4ndern. Und es l\u00e4sst uns auch verstehen, wie diese L\u00e4nder es schaffen, mit der sozialen Polarisierung, mit Deregulierung und Budgetk\u00fcrzungen in ihren Bildungsbudgets umzugehen. Und warum die Europ\u00e4ische Kommission Vorschl\u00e4ge machen kann, die noch vor 20 oder 30 Jahren jedermann geschockt h\u00e4tten: &#8220;Bildung kann man rationalisieren indem man k\u00fcrzere Zeiten von allgemeiner Bildung anbietet, die dann aber auf den tats\u00e4chlichen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt zugeschnitten ist&#8221; (CEC, 1993).<\/p>\n<h2>Flexibilit\u00e4t<\/h2>\n<p>Das vermehrte wissenschaftliche und technische Wissen in einem Umfeld von verst\u00e4rktem Wettbewerb f\u00fchrt zu einem gr\u00f6\u00dfer werdenden Bedarf an technischer und industrieller Innovation. Die Zivilflugfahrt, eine Technologie aus dem beginnenden 20 Jahrhundert, brauchte 54 Jahre um ein Viertel seines potentiellen Marktes zu erschlie\u00dfen. Das Fernsehen brauchte 26 Jahre. Der PC brauchte nur mehr 15 Jahre, das Handy 13 Jahre und das Internet erschloss sich in nur 7 Jahren 25% seines potentiellen Marktes. Das bedeutet, dass es st\u00e4ndig neue Produktionsmethoden gab, neue Berufe und neue M\u00e4rkte. In Verbindung mit dem Prozess der Globalisierung bedeutet das auch dauernde Restrukturierungen, mobiler Arbeitsmarkt, Schlie\u00dfung von Fabriken, Schaffung neuer Dienste etc. Die Geschwindigkeit des Wandels ist atemberaubend. Der Horizont von \u00f6konomischer Vorhersagbarkeit schwindet immer mehr.<\/p>\n<p>In dieser Situation ist es geradezu unm\u00f6glich, vorherzusagen, welche genauen Qualifikationen am Arbeitsmarkt in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahren gebraucht werden. Daher sind die neuen Schl\u00fcsselbegriffe in der Bildungspolitik: Flexibilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit. Einerseits wird es unter den Arbeitskr\u00e4ften und Konsumenten Anpassungsf\u00e4higkeit brauchen, um in einer rasch sich ver\u00e4ndernden Gesellschaft das momentan Richtige zu produzieren und zu konsumieren und anderseits brauchen die Bildungssysteme Flexibilit\u00e4t, so dass sie sich ebenso rasch an den sich ver\u00e4ndernden Bedarf der Industrie und Dienstleistungen anpassen.<\/p>\n<p>Daher wird vom Bildungsmarkt erwartet, weniger Wert auf Wissen zu legen, denn dieses &#8220;ist heutzutage, in unserer schnell-lebigen und sich dauernd ver\u00e4ndernden Gesellschaften und \u00d6konomien, ein Produkt mit Ablaufdatum&#8221; (Cresson, 1998), stattdessen sollen jene Fertigkeiten vermittelt werden, die Flexibilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit unter den Arbeitnehmern garantieren.<\/p>\n<p>Eine dieser allgemeinen Fertigkeiten, die von den Arbeitgebern immer mehr und mehr erwartet werden ist die F\u00e4higkeit, mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien umgehen zu k\u00f6nnen. &#8220;Alle Mitgliedsstaaten sehen die Notwendigkeit, die grunds\u00e4tzlichen Fertigkeiten neu zu \u00fcberdenken mit denen junge Menschen die Grundschule bzw. die Grundausbildung verlassen sollen. Dabei sollen die Informations- und Kommunikationstechnologien voll eingeschlossen werden&#8221; hei\u00dft es in einem Text der Europ\u00e4ischen Kommission. Da darf kein Irrtum aufkommen: hier hei\u00dft es NICHT, dass eine gro\u00dfe Anzahl von Computer-Spezialisten herangebildet werden soll. Wie schon betont, ist das in einem zweigeteilten Arbeitsmarkt nicht n\u00f6tig. Aber alle ArbeitnehmerInnen, sogar jene in prek\u00e4ren oder wenig qualifizierten Jobs, m\u00fcssen mit der grunds\u00e4tzlichen Ben\u00fctzung dieser Technologien vertraut sein. Zum Beispiel, die tausenden Menschen, die die automatischen Coca Cola oder Fast-Food Automaten nachf\u00fcllen, werden in der Lage sein m\u00fcssen, die automatischen Navigationssysteme in ihren Lastw\u00e4gen zu ben\u00fctzen, um ihre Arbeitsleistung auch inmitten von Verkehrstaus optimieren zu k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen auch in der Lange sein, die Ben\u00fctzung der entsprechenden Software selbst zu erlernen, weil diese sich sehr rasch weiterentwickelt. Man rechnet damit, dass 75% der neuen Jobs diese ICT-Fertigkeiten brauchen. Das ist auch die wichtigste Begr\u00fcndung daf\u00fcr, dass der European Round Table und die Europ\u00e4ische Kommission so sehr darauf bestehen, dass allen jungen Menschen diese allgemeinen ICT-Fertigkeiten vermittelt werden.<\/p>\n<p>Aber die allerwichtigsten Fertigkeiten sind die so genannten &#8220;transversalen&#8221; und sozialen Fertigkeiten. Ein OECD-Bericht ist da v\u00f6llig klar: &#8220;In der heutigen Arbeitswelt gibt es eine Reihe von grundlegenden Kompetenzen &#8211; Beziehungsf\u00e4higkeit, sprachliche Begabungen, Kreativit\u00e4t, Teamf\u00e4higkeit und Probleml\u00f6sungskompetenz sowie die F\u00e4higkeit, mit neuen Technologien umzugehen &#8211; die man heutzutage einfach haben muss um einen Job zu bekommen und um sich an die wandelnden Anspr\u00fcche im Arbeitsleben anpassen zu k\u00f6nnen&#8221; (OCDE, 1998).<\/p>\n<p>Heutzutage ist nicht mehr der Wissenserwerb das Wichtigste in der Schule, sondern vielmehr das Lernen lernen, d.h. die F\u00e4higkeit zu entwickeln, sich rasch an die sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden technologischen Gegebenheiten und an die ge\u00e4nderten Arbeitsbedingungen in Industrie und Dienstleistung anzupassen. &#8220;Die Betonung des lebenslangen Lernens basiert auf der Idee dass die Vorbereitung auf das Berufsleben nicht eine einmalige Sache ist, sondern die ArbeitnehmerInnen m\u00fcssen sich w\u00e4hrend ihres ganzen beruflichen Lebens weiterbilden um produktiv und anstellungsf\u00e4hig zu bleiben&#8221; (OCDE, 1997), und das bedeutet nicht, Physik, Philosophie, Literatur oder Geschichte zu studieren.<\/p>\n<h2>Deregulierung<\/h2>\n<p>Nicht nur die ArbeitnehmerInnen haben sich an die sich wandelnden Bedingungen anzupassen. Flexibilit\u00e4t und Unvorhersagbarkeit bedeuten auch, dass die Bildungssysteme die F\u00e4higkeit der Anpassung entwickeln m\u00fcssen, indem sie autonomer werden, sich dem Wettbewerb stellen und unabh\u00e4ngiger von zentraler Regulierung und Verwaltung werden.<\/p>\n<p>Im Jahr 1989 schrieb der European Round Table, &#8220;die Praxis der Verwaltung ist oft zu starr um es den Bildungseinrichtungen auf den verschiedenen Ebenen zu erlauben, sich der rasch \u00e4ndernden modernen Technologie und den Umstrukturierungen in Industrie und Dienstleistung anzupassen&#8221;. Sechs Jahre sp\u00e4ter bedauert der ERT in einem weiteren Bericht, &#8220;in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sind die Schulen in einem zentralisierten \u00f6ffentlichen System integriert und werden von einer B\u00fcrokratie kontrolliert, die ihre Entwicklung behindert und sie damit unf\u00e4hig macht, sich den Forderungen von au\u00dfen zu stellen&#8221;. &#8220;Wir m\u00fcssen Ausbildungsm\u00f6glichkeiten f\u00f6rdern, die nicht so sehr institutionell sondern vielmehr informeller sind&#8221;, hei\u00dft es abschlie\u00dfend in einem Bericht des European Round Table der Industriellen aus dem Jahr 1993 (ERT, 1993).<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Kommission hat die Botschaft des ERT sehr wohl verstanden. Seit 1995 betont sie &#8220;die zentrale Frage ist heute, wie k\u00f6nnen wir bei den Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen zur gr\u00f6\u00dferer Flexibilit\u00e4t kommen.&#8221;<\/p>\n<p>Die Bildungssysteme in allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern haben tats\u00e4chlich alle eine \u00e4hnliche Entwicklung in Richtung mehr Autonomie und mehr Wettbewerb durchgemacht. In seinen Berichten geht das Europ\u00e4ische Studienzentrum Eurydice immer wieder auf den internationalen Charakter dieser Entwicklung in Richtung Deregulierung, Dezentralisierung, Autonomie u. dgl. ein.<\/p>\n<p>Die Grundidee ist klar: das \u00f6ffentliche Schulsystem, gelenkt vom Staat, wird abgeschafft, und stattdessen kommt ein Netzwerk von autonomen Schulen, die sich gegenseitig scharf konkurrieren. &#8220;Die am wenigsten zentralisierten Schulsysteme,&#8221; sagt die Kommission, &#8220;sind \u00e4u\u00dferst flexibel und anpassungsf\u00e4hig und daher haben sie auch die besten Voraussetzungen, neue Partnerschaften einzugehen.&#8221; Autonome Schulen sind flexibler und die Konkurrenz und der Wettbewerb werden sie dazu zwingen, sich den st\u00e4ndig \u00e4ndernden Bedingungen anzupassen. Das ist der Kern der Botschaft.<\/p>\n<p>Autonome Schulen sind zum Beispiel eher bereit, Partnerschaften mit privaten Unternehmen einzugehen. Eines der Ziele dieser Partnerschaften ist, einen &#8220;Geist des Wettbewerbs&#8221; in die Welt der Bildung einzuf\u00fchren. W\u00e4hrend man davon ausgehen kann, dass die europ\u00e4ischen Bildungssysteme einer Verbindung mit dem Begriff &#8220;Unternehmen&#8221; eher ablehnend gegen\u00fcberstehen stellt die Europ\u00e4ische Kommission doch fest, dass &#8220;die Bildungssysteme ihre Praxis \u00fcberdenken sollten und schauen sollten was von [Partnerschaften mit Wirtschaftsunternehmen] gelernt werden kann in Bezug auf Motivation der Lernenden und wie man in Schulen und Ausbildungseinrichtungen neue Perspektiven einbringen kann.&#8221;<\/p>\n<p>In einem Wei\u00dfpapier \u00fcber Bildung und Training schreibt die Europ\u00e4ische Kommission, &#8220;es gibt heute viele, die der Meinung sind, die Zeit f\u00fcr Bildung au\u00dferhalb der Schule ist gekommen und die dadurch entstehende Befreiung der Schule wird dazu f\u00fchren, dass die Bildung von Anbietern kontrolliert wird die der Erneuerung offener gegen\u00fcberstehen als die bisherigen Strukturen&#8221; (CEC, 1995).<\/p>\n<p>Wir sehen also, diese f\u00fchrt zur Privatisierung der Bildung. (GATS, WTO)<\/p>\n<p><strong>Bologna<\/strong><\/p>\n<p>1998: WTO Seattle<br \/>\n&#8211; Ende von nationalen Studienabschl\u00fcssen =&gt; transnationale Zertifizierung von Teilfertigkeiten<br \/>\n&#8211; Gleichklang in den Lehrpl\u00e4nen h\u00f6herer Schulen<br \/>\n&#8211; Abschaffung s\u00e4mtlicher administrativer Barrieren gegen Studentenmobilit\u00e4t<br \/>\n&#8211; internationale Qualit\u00e4tskontrolle<\/p>\n<h2>Schlussfolgerung<\/h2>\n<p>Die vorangehende Analyse hat gezeigt, die gegenw\u00e4rtige Entwicklung der Bildungssysteme in den hoch entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern ist nicht nur das Ergebnis politischer Entscheidungen. Der neo-liberale Zug in der Bildung ist auch und vor allem das Ergebnis von objektiven und materiellen Umst\u00e4nden in der kapitalistischen \u00d6konomie. Nach meiner Auffassung kennzeichnet diese Entwicklung ein neues Selbstverst\u00e4ndnis zwischen Schule und Wirtschaft, n\u00e4mlich: den \u00dcbergang der alten Epoche von &#8220;Bildung f\u00fcr m\u00f6glichst viele&#8221; (60er und 70er Jahre des 20. Jh.) zu einer Vermarktung von Bildung.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen feststellen, dass alle fr\u00fchen Trends in der Bildungspolitik auf den letzten Trend hin ausgerichtet waren: Privatisierung. Weniger (zentrale) Regulierung \u00f6ffnet die T\u00fcr f\u00fcr private Investitionen in der Bildung; die Betonung von Fertigkeiten und berufsorientierter Ausbildung und die Weigerung des \u00f6ffentlichen Bildungswesens, dieser Forderung nachzukommen, macht das private Bildungswesen attraktiver; und schlie\u00dflich machen soziale Polarisierung und Budgetk\u00fcrzungen im Bildungswesen Investitionen in privater Bildung profitabel.<\/p>\n<p>Wenn keine radikale und weltweite Bewegung entsteht, die diese Entwicklung stoppt und eine \u00f6ffentliche und demokratische Schule f\u00fcr alle verteidigt und &#8211; vor allem &#8211; die \u00f6konomische (Un)ordnung ver\u00e4ndert, die diese Entwicklung hervorbringt, wenn das nicht geschieht, dann wird sich die Bildung rasch zu einem polarisierten System hin entwickeln, in dem &#8220;der Staat Bildung nur f\u00fcr jene anbieten muss, die nie etwas zu einem profitablen Markt beitragen werden und deren Ausschluss aus der Gesellschaft immer gr\u00f6\u00dfer wird w\u00e4hrend sich die anderen pr\u00e4chtig weiter entwickeln werden&#8221; (OECD, 1996).<\/p>\n<p>Die drei Hauptmerkmale dieser Vermarktung bedeuten, dass Sch\u00fcler und Studenten nur mehr als zuk\u00fcnftige, anpassungsf\u00e4hige Produzenten f\u00fcr Industrie und Dienstleistungen gesehen werden, als flexible Konsumenten auf einem weltweiten Markt und als gute Kunden eines wachsenden Bildungsmarktes. Aber wie steht es mit der Erziehung und Bildung kritischer B\u00fcrger, die ausger\u00fcstet sind mit dem Wissen das sie die Welt in der sie leben verstehen l\u00e4sst und die f\u00e4hig sind, an der Weiternetwicklung dieser Welt mitzuarbeiten und teilzuhaben?<\/p>\n<h2>Geschichte<\/h2>\n<p>Dieser Prozess ist ein neuer Schritt in einer langfristigen Entwicklung des kapitalistischen Bildungswesens w\u00e4hrend des 20. Jahrhunderts. Die Grundschule, die sich in den fr\u00fchen Industriel\u00e4ndern, in Europa und in den USA, zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte, hatte in erster Linie die Funktion, die Kinder zu sozialisieren.<br \/>\nIn der 2. H\u00e4lfte des 19. Jh. wurde die Schule im Wesentlichen ein Teil des staatlichen ideologischen Apparates. Seine Hauptfunktion war nicht so sehr, Arbeitskr\u00e4fte auszubilden, sondern vielmehr den Kindern politische und moralische Werte zu vermitteln, um damit der wachsenden Gefahr der sozialistischen Ideologie entgegenzuwirken. Als Jules Ferry die franz\u00f6sische &#8220;republikanische Schule&#8221; nach der Aufhebung der &#8220;Pariser Kommune&#8221; (1871) gr\u00fcndete, sagte er: &#8220;Wir schreiben dem Staat die einzige Rolle zu die er in puncto Bildung hat: Aufrechterhaltung einer gewissen Staatsmoral, gewisser Doktrinen, die zu seinem Fortbestand wichtig sind.&#8221; Es ist in der Tat so, die Massengr\u00e4ber des 1. Weltkrieges sind die historischen Zeugnisse daf\u00fcr, wie erfolgreich die europ\u00e4ischen kapitalistischen Gesellschaften waren, mit Hilfe der Erziehung den Patriotismus den Menschen zu vermitteln.<\/p>\n<p>Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verlangte die technische Entwicklung der Industrie und die wachsende staatliche Verwaltung nach besser ausgebildeten Arbeitskr\u00e4ften. Allm\u00e4hlich bildete sich auch ein berufsbildendes Schulwesen heraus in dem eine kleine Anzahl von Sch\u00fclern, die allerw\u00fcrdigsten Kinder der Arbeiterklasse, eine M\u00f6glichkeit zu sozialem Aufstieg erwarten konnten. Damit begann das Bildungswesen ein Instrument der sozialen Segregation zu werden. Die Leistungen der Kinder am Ende der Grundschule entschied dar\u00fcber, wer in die Sekundarschule aufsteigen konnte.<\/p>\n<h2>Die Epoche der &#8220;Vermassung&#8221;<\/h2>\n<p>Die \u00f6konomische Bedeutung der Bildung wuchs nach dem 2. Weltkrieg rasant an: es gab 30 Jahre eines starken und geradezu ununterbrochenen wirtschaftlichen Aufschwungs mit tief greifenden und nachhaltigen technischen Erneuerungen, wie z.B. Elektrifizierung der Eisenbahn, der H\u00e4fen und Flugplatz-Infrastruktur, mit Autobahnen, Atomtechnologie, Telekommunikation, petrochemischer Industrie, etc. Jene Bereiche, in denen bisher weniger gut ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte eingesetzt waren, wie z.B. Landwirtschaft, Bergminen und Steinbr\u00fcche, gingen zur\u00fcck. Aufstrebende Sparten, wie mechanische und chemische Industrie, Elektronik, Elektrotechnik, Bankwesen, Reparaturwerkst\u00e4tten, staatliche Verwaltung etc., brauchten immer mehr und besser ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte. Es war eine Zeit in der eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Anzahl immer besser ausgebildeter Fachkr\u00e4fte und Konsumenten gebraucht wurde.<\/p>\n<p>Eine rasche &#8220;Vermassung&#8221; der Sekundarausbildung und sp\u00e4ter der universit\u00e4ren Ausbildung unterst\u00fctzte diesen Fortschritt in der Ausbildung. Und der Staat konnte sich das auch leisten, weil das Wirtschaftswachstum f\u00fcr entsprechend h\u00f6here Steuereinnahmen sorgte.<\/p>\n<p>In West-Europa wuchsen die durchschnittlichen Ausgaben f\u00fcr Bildung von 3% des BNP (Bruttonationalprodukt) in den 50er Jahren, auf ungef\u00e4hre 6 % gegen Ende der 70er Jahre. Das Tempo dieser &#8220;Vermassung&#8221; war atemberaubend: im Jahr 1946 erreichten in Frankreich nur 4% eines Geburtenjahrgangs das Bakkalaureat, 40 Jahre sp\u00e4trer waren es 60 %; in Belgien gingen im Jahr 1956 nur 42 % der 16-17 J\u00e4hrigen in eine Schule, im Jahr 1978 waren es (fast) doppelt so viel, n\u00e4mlich 82%.<\/p>\n<p>Ich muss allerdings eines betonen: es war eine &#8220;Vermassung&#8221; der Bildung und keine Demokratisierung. Die Kinder aller sozialen Klassen gingen l\u00e4nger in die Schule, aber die sozialen Unterschiede und Diskriminierungen wurden nicht abgebaut. Vor ungef\u00e4hr 40 Jahren lag z. B. in Frankreich die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von &#8220;white-collar workers&#8221; (Angestellte, Beamte u. dgl.) im Vergleich zu Kindern aus den Arbeiterklassen eine h\u00f6here Bildung genossen bei ungef\u00e4hr 80%, 30 Jahre sp\u00e4ter waren es noch immer 75%. Oder: im Jahr 1951 lag der Anteil der Kinder aus den unteren sozialen Schichten an der prestigetr\u00e4chtigen \u201cEcole Polytechnique\u201d bei 21%; im Jahr 1989 waren es nur noch 8%.<\/p>\n<p>Das bedeutet, durch die &#8220;Vermassung&#8221; des Sekundarschulwesens kam es auch zu einer &#8220;Vermassung&#8221; der sozialen Selektion. In der Vergangenheit passierte diese Selektion vor dem Eintritt in die Sekundarstufe. Heute ist es das Schulsystem selbst, das die Kinder ausselektieren muss, offiziell nach deren F\u00e4higkeit und Leistung, in Wahrheit aber meist nach deren sozialer Herkunft. Mit anderen Worten, die Schule wird, was Bourdieu einen &#8220;Apparat der sozialen Reproduktion&#8221; nennt.<\/p>\n<h2>Synthese<\/h2>\n<p>Was bedeutet das eigentlich, die Bildung an die Bed\u00fcrfnisse der Wirtschaft anzupassen und zur gleichen Zeit die \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Bildung zu k\u00fcrzen? Wie kann dieser Gegensatz gel\u00f6st werden?<\/p>\n<p>Erstens, die Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt, dass es keine \u00f6konomischen Gr\u00fcnde mehr gibt, allen zuk\u00fcnftigen Arbeitern ein hohes Ma\u00df an Bildung, an allgemeiner Bildung, zukommen zu lassen. Aus rein \u00f6konomischer Sicht ist es nicht nur m\u00f6glich sondern sogar notwendig, diese Idee der Vermassung (&#8220;m\u00f6glichst hohe Bildung f\u00fcr m\u00f6glichst viele junge Menschen&#8221;) zu stoppen, denn sie ist einerseits zu teuer und anderseits nicht mehr n\u00f6tig. Im Gegenteil, aus Sicht der \u00d6konomie ist ein polarisiertes Bildungssystem nicht nur m\u00f6glich sondern sogar in h\u00f6chstem Ausma\u00df empfehlenswert.<\/p>\n<p>Zweitens, gerade weil die \u00f6konomische Entwicklung nicht exakt vorhersagbar ist, soll die Schulbildung gleich gar nicht erst versuchen, der Mehrheit der zuk\u00fcnftigen Arbeiter eine breite allgemeine Kulturbildung zu vermitteln, sondern es gen\u00fcgt, nur einige grundlegende, allgemeine Fertigkeiten zu vermitteln, die dann in einer sich rasch \u00e4ndernden Umwelt leicht in die Praxis umgesetzt werden k\u00f6nnen. Weiters m\u00fcssen die Arbeiter der Zukunft lernen, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten w\u00e4hrend ihres gesamten Arbeitslebens anzupassen.<\/p>\n<p>Drittens, um die Ziele der Bildung zu ver\u00e4ndern ist es wohl am einfachsten, das Bildungssystem selbst flexibler zu machen. Das \u00f6ffentliche Schulwesen muss demnach zu einem Wettbewerbs-Bildungsmarkt werden, in dem jeder jene Bildung findet, die genau seiner sozialen Herkunft und seinen finanziellen M\u00f6glichkeiten entspricht.<br \/>\nWarum? Zun\u00e4chst, weil diese Deregulierung mehr Autonomie und mehr Wettbewerb in den Bereich der Bildung bringt und dies wird als Garantie f\u00fcr eine rasche und spontane Anpassung der Bildungssysteme an die Anspr\u00fcche des Marktes gesehen. Weiters, weil die Deregulierung ein einfacher und politisch akzeptabler Weg ist um die oben erw\u00e4hnte notwendige soziale Spaltung zu gew\u00e4hrleisten. Und schlie\u00dflich, weil dies die T\u00fcr f\u00fcr eine Privatisierung der Bildung \u00f6ffnet und damit die Staatsausgaben reduziert und neue profitable M\u00e4rkte schafft.<br \/>\nWenn Sie zu diesen Argumenten noch den Wunsch hinzuf\u00fcgen, die Bildungssysteme als M\u00f6glichkeit zu sehen, einzelne M\u00e4rkte (besonders ICT) direkt zu f\u00f6rdern, dann haben Sie die wichtigsten Punkte der heutigen Bildungsdiskussion zusammengefasst.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen sehen, dass alle sechs Trends in der heutigen Bildungspolitik darauf hinzielen, den letzten dieser Trends zu f\u00f6rdern: die Privatisierung. Weniger (staatliche) Regulierung \u00f6ffnet den Privatinvestoren im Bildungsbereich T\u00fcr und Tor. Dieses private Engagement im Bildungsbereich wird noch interessanter, je mehr Wert auf Fertigkeiten und arbeits-orientierter Ausbildung gelegt wird und je mehr sich das \u00f6ffentliche Bildungssystem dagegen str\u00e4ubt, diesen Forderungen nachzugeben. Auch tragen die soziale Polarisierung und die Budgetk\u00fcrzungen im Bildungsbereich dazu bei, private Investitionen im Bildungsbereich profitabel zu machen.<\/p>\n<p>Eines der m\u00e4chtigsten Instrumente in dieser Entwicklung des profitablen Bildungsmarktes ist nat\u00fcrlich das Internet. Diese Technologie erm\u00f6glicht einen weltweiten Versand von Bildungsangeboten, praktisch kostenlos (wenn einmal die wissenschaftliche Recherche, die p\u00e4dagogische, k\u00fcnstlerische und technische Entwicklung durchgef\u00fchrt ist, kann das Produkt beliebig oft und ohne zus\u00e4tzliche Kosten verteilt werden). Das Internet er\u00f6ffnet also einen weiten Bildungsmarkt, aber es braucht auch einen Weltmarkt, um wirklich Gewinne abzuwerfen. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum einige Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) darauf hoffen, dass durch die GATS-Verhandlungen der Weltmarkt der Bildung vollkommen frei gegeben wird.<\/p>\n<p>Und dann haben wir schlie\u00dflich noch unter den Hauptantriebskr\u00e4ften der \u00f6konomischen Globalisierung die schnelle Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch die Erm\u00f6glichung von neuen Formen des Fern-Studiums, &#8211; und damit weiterer Nischen, die nicht vom Staat kontrolliert werden &#8211; , wird die ICT zu einem weiteren sehr wichtigen Instrument im Bildungsgesch\u00e4ft. &#8220;Die Entwicklung verschiedener Informations- und Wissensquellen bringt einen raschen Verfall jenes Monopols, das bisher Bildungsinstitutionen auf dem Gebiet der Information und des Wissens hatten&#8221; (CEC, 1997).<\/p>\n<p>Deregulierung und Privatisierung, in Zusammenarbeit mit sozialer Selektion, sind ein Grundstein f\u00fcr ungleiche Entwicklung. Wir werden in Zukunft &#8211; mehr noch als heute bereits &#8211; Schulen f\u00fcr die Reichen und Schulen f\u00fcr die Armen haben. Private Bildung f\u00fcr die, die es sich leisten k\u00f6nnen, w\u00e4hrend &#8211; wenn es nach der OECD geht &#8211; die \u00f6ffentlichen Schulen &#8220;nur mehr jenen Menschen einen Zugang zur Lehre erm\u00f6glichen m\u00fcssen die sowie so nie einen profitablen Markt darstellen werden und deren Ausschluss aus der Gesellschaft gr\u00f6\u00dfer werden wird w\u00e4hrend es (den) anderen besser gehen wird.&#8221;<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite werden die Programme dieser Schulen &#8211; und ich meine besonders die \u00f6ffentlichen Schulen f\u00fcr die Kinder aus den sozialen Unterschichten &#8211; gepr\u00e4gt sein von den flexiblen, \u00fcberall einsetzbaren, Kompetenzen, wie sie der Arbeitsmarkt fordert. Und das wird sehr auf Kosten der Allgemeinbildung und der gemeinsamen Kultur gehen, die aber die zuk\u00fcnftigen Arbeiter brauchen w\u00fcrden um f\u00fcr ein Verstehen der Gesellschaft in der sie leben, gewappnet zu sein und um an einer Ver\u00e4nderung dieser Gesellschaft in Richtung mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit und mehr Vernunft mitzuarbeiten. Zur gleichen Zeit aber \u00fcbt die Wirtschaft Druck auf die Staatsregierungen aus die Bildungsausgaben zu k\u00fcrzen. Und das versch\u00e4rft wiederum die drei Hauptaspekte der Vermarktung.<\/p>\n<p>In diesem allgemeinen Kontext m\u00fcssen wir auch die Gef\u00e4hrlichkeit jener weiteren Bedrohung sehen, die \u00fcber internationale Organisationen von der Wirtschaft und vom Handel kommt und die Liberalisierung des Bildungswesens fordert. Ich habe versucht zu zeigen, dass wir die Vermarktung der Bildung nicht stoppen k\u00f6nnen werden, wenn wir den Widerstand nicht auf allen drei Bereichen der Vermarktung organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden wichtigsten Ideen dieses Vortrags sind:<br \/>\nerstens, die materiellen und \u00f6konomischen Umst\u00e4nde treiben die Bildungssysteme in den fortgeschrittenen kapitalistischen L\u00e4ndern in Richtung Marktwirtschaft,<br \/>\nund zweitens, wir sollten diese Idee der Vermarktung in einem weiteren Sinn verstehen, dies bedeutet n\u00e4mlich nicht nur Privatisierung, Umformung von Bildung an die Regeln eines neuen Marktes, es bedeutet auch eine enge Anpassung von Bildung an die gegenw\u00e4rtigen, sehr speziellen Anspr\u00fcche des Arbeitsmarktes und es bedeutet ferner, dass Bildungssysteme dazu verwendet werden, um gewisse M\u00e4rkte zu stimulieren, insbesondere die ICT-M\u00e4rkte (Informations- und Kommunikations-Technologien).<br \/>\nDieser Vortrag basiert in erster Linie auf einem Studium der nationalen Reform-Programme in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, aber auch auf Berichten internationaler Organisationen wie OECD, Weltbank und Europ\u00e4ische Kommission.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":8017,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1106","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.skolo.org\/CM\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}